Kurzentschlossen fahren wir nach Bad Rothenfelde. Eine Bekannte war dort zur Kur und hatte uns von dem historischen Charme dieser Stadt erzählt. Wir wollen außerdem spazieren gehen, ein bisschen wandern und ein paar entspannte Tage genießen. Wir fahren zu dem Wohnmobilstellplatz „Wohnmobilpark Osnabrücker Land in Bad Rothenfelde“ 52°5´56´´N/8°10´23´´E und sind somit sehr stadtnah. Bad Rothenfelde ist ein Kurort und Heilbad und liegt nur wenige Kilometer südlich vom Teutoburger Wald und im Städtedreieck Bielefeld, Münster und Osnabrück. Nachdem wir am Platz alles erledigt haben, gehen wir in den Ort und kommen am Kurpark im Rosengarten an. Im Freiluftmuseum Kurpark erfahren wir einiges über die Entstehung. Zuerst gab es nur eine Solequelle auf einem freien Feld. Das war die Grundlage für die Salzindustrie /Saline. Dazu gab es ein Siedehaus und erst das Alte später das Neue Gradierwerk, die unterirdisch verbunden sind. Erst erzeugte ein Wasserrad die Energie für die Pumpen, später die Windkraft. Wenn wir jetzt im Kurpark die frische Soleluft genießen, bewegen wir uns genau genommen auf den alten Spuren der Salzsieder. Jetzt sind wir neugierig geworden und wollen mehr wissen über die Begriffe wie Saline, Gradierwerk, Dornenstein und Salzgrade. Wir lesen von einer Besichtigungstour und machen uns auf den Weg. 45 Minuten dauert diese Tour. Wir sind dabei, gehen durch einen 80 Meter langen Gang, sehen altes Holzständerwerk, Dornenbündel zum anfassen und kommen danach um einiges schlauer wieder raus. Dann gehen wir noch 55 Stufen nach oben. Dabei blicken wir auf die meterhohen Holzständer im Solebassin. In der Mitte der Treppe sehen wir wie sich die Saug-Druck-Pumpe bewegt, da die Windflügel gelöst sind. Sole wird angesaugt und fließt dann über die Träufelrinnen auf das Dornengeflecht. Oben angekommen stehen wir auf der Plattform auf der sich die Windkunst befindet. Von hier oben sehen wir wie ein Gradierwerk von oben aussieht und haben außerdem einen tollen Ausblick auf den Kurgarten. Das hat sich gelohnt und war sehr interessant.

Vom Gästeführer haben wir erfahren, das es hier auch noch das Historische Schaufenster ein Rundweg mit Geschichte gibt. Vor alten Gebäuden mit Geschichte wurden große Rahmen mit historischen Fotos aufgestellt. So hat man den direkten Vergleich und die Ortsgeschichte wird lebendig. Man erfährt überraschende Details und der Vergleich mit den heute existierenden Gebäuden fasziniert. So auch uns. Kaum stehen wir vor dem ersten Rahmen, zieht es uns schon zum nächsten. Es gibt 40 Informationstafeln die an den verschiedensten Orten angebracht sind. Die wollen wir uns ansehen, beginnen mit unsren Rundgang am Konzertgartentor und da es keinen Plan nach Gebäuden gibt, laufen wir die Straßen ab. So verpassen wir keines dieser Schaufenster. Schnell merken wir, wie eine Vielzahl von diesen historischen Schaufenstern die Vergangenheit von Bad Rothenfelde wieder lebendig werden lassen. Es gibt übrigens auch an jeder Tafel einen QR-Code über den wir alte Postkarten und Audio-Geschichten hören können. Unser Stadtrundgang hat ungefähr1,5 Stunden gedauert und war interaktiv, lehrreich und spannend. Eine ganz tolle Sache.

In Bad Rothenfelde gibt es auch noch mehr zu entdecken. Da gibt es historische Konzertmuschel im Konzertgarten. Hier finden sehr viele Musikveranstaltungen statt, da die Konzertmuschel eine fantastische Akustik hat. Außerdem gibt es hier im Konzertgarten auch eine Boulebahn, die uns gleich einlädt eine Runde zu spielen. Nach einem Spiel geht es durch das schöne alte Kassenhaus weiter. Wir kommen auf den Brunnenplatz vor dem Konzertgarten und haben einen tollen Blick auf das alte Gradierwerk. Hier um den Brunnen herum findet einmal pro Woche der Wochenmarkt statt. Aber es gibt auch eine überdachte Ladenzeile, die zum Schoppen, Essen und Trinken einlädt. Im Garten am Wittekind Sprudel können wir Fitness an frischer Luft betreiben. Wir kommen am alten Kurhaus vorbei und können nicht vorbei gehen ohne dieses Kurhaus von innen zu betrachten. So ein schönes historisches Gebäude. Auf dem Weg zwischen bunten Blumenbeeten sehen wir kleine Springbrunnen mit Elefanten und Schildkröten. Eine nette Idee. Dann geht es zum Rosengarten vor dem neuen Gradierwerk. Der Park in Park ist ein Dorado für Rosenfreunde. Sehr schön gestaltet mit den Säulen und Figuren darin. Leider sehen wir nur vereinzelnd Rosenblüten, aber wir können uns vorstellen wie es hier aussieht und duftet wenn die Rosen in voller Blüte stehen. Wer Lust hat kann den 2,5 Kilometer langen Planetenpfad ablaufen. Am Ende des neuen Gradierwerks beginnt man bei der Sonne. Weiter geht es dann zu Merkur, Venus, vorbei am Mars und Saturn. An jedem Planeten gibt es kleine Tafeln mit wichtigen Informationen. Wir machen uns langsam wieder auf den Weg zum Stellplatz.

Wir fahren weiter nach Bad Lear zum Wohnmobilstellplatz „Am SoleVital in Bad Lear“ 52°6´30´´N/8°5´28´´E und stehen nah am Kurpark. Bad Lear ist eine Gemeinde im Süden des niedersächsischen Landkreises Osnabrück mit historischen Bauten und Plätzen. Ich habe in unserer Tageszeitung einen Bericht über die Entstehung von Bad Lear gelesen und fand das sehr interessant. Das Zentrum, also der Siedlungskern von Bad Lear wurde als Doppelrundling in Form des Unendlichkeitssymbol auf einer Kalksinterplatte besiedelt. Rundlinge kommen in Deutschland öfters vor, aber dieser ist besonders. Mit dem ersten Rundling der Kirchhofsburg schließt sich der zweite Rundling mit dem Thienplatz. Dazu gibt es den Historischen Pfad „liegende Acht“ durch 1000 Jahre Bad Lear, den wir ablaufen wollen. Es gibt 19 Hinweistafeln mit roten Pfeilen, die uns den Weg weisen. Außerdem enthalten die Hinweistafeln immer ein Foto, so das wir den Vergleich von früher zu heute haben. Wir starten natürlich bei der eins und lesen die Infos aufmerksam durch bis wir zuletzt an der Tafel 19 landen. So eine tolle Idee. Wir haben jetzt dadurch nicht nur geschichtliches gelernt, sondern auch noch diesen schönen Kurort kennen gelernt.

Beim Rundgang durch den Bad Lear kommen wir an liebevoll restaurierte Fachwerkhäusern vorbei. Der Kirchplatz mit dem ganz besonderen Baumbestand wirkt wie ein botanischer Garten. Hier besichtigen wir die St. Marien Kirche mit dem 37 Meter hohen grauen Turm, auch Griese Toarn genannt. Ganze 2 Meter dick sind die Mauern des Turms der Pfarrkirche, 9×9 Meter misst sein Umfang und er ist aus Piepstein gebaut. Er ist das Wahrzeichen dieser Stadt. Wir besuchen das Heimatmuseum mit seinem schönen Bauerngarten. Hier erfahren wir das Bad Lear eine Leinenweberstadt war. Außerdem viel über der Auswanderergeschichte, Textilsammlung, Gerätschaften zur Fasergewinnung sowie zum Spinnen und Weben, Blaudruck, Geologie und der Piepsteinsammlung. Der Piepstein durch Soleverkrustungen natürlich gewachsene Stein wurde aufgrund seiner leichten, aber äußerst robusten Eigenschaften bis ins 20. Jahrhundert gern als Baumaterial in der Region verwendet. Einen großen Piepstein findet ihr vorm Heimatmuseum. Außerdem erfahren wir, das es in der Bäckerei neben dem Kirchplatz Piepsteinpralinen zu kaufen gibt. Am Thieplatz weckt ein alter Notbrunnen mit Holzverschalung unser Interesse und die Leineweberskulptur. Bei dem Standort handelt es sich um die alte Legge, die als zentraler Umschlagplatz für das Leinen diente. Auf dem Rückweg kommen wir am Glockensee mit der alten Wassermühle und dem Erlebnis-Kurpark vorbei. Da sehen wir auch den Teufel mit der Glocke in Brust über den es eine mythische Geschichte gibt. Zu bewundern gibt die seit 10.000 Jahren sprudelnde Bad Laerer Sole aus der Quelle in „Springmeyers Kolk“. Im Barfußpfad gönnen wir unseren Füßen ein bisschen Wellness. Danach gehen wir zum Sole-Inhalier-Pavillon. Hier rieselt über 4 Wände die Sole aus der 180 Meter tiefen Martinsquelle. Wir setzen uns in den Pavillon und atmen die gesunde mikrofeine Salz-Aerosole, die in der Luft entstehen, ein.

Unsere dritte und letzte Station ist der Bad Iburg. Wir fahren zu dem Wohnmobilstellplatz „An der Schloßmühle in Bad Iburg“ 52°9´26´´N/8°2´24´´E und stehen unterhalb des Schlosses und wiederum sehr stadtnah. Bad Iburg ist eine Kleinstadt im Südwesten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen. Hier wollen wir natürlich das markante Wahrzeichen der Stadt, das Schloss besichtigen. Bevor wir aber hoch zum Schloss gehen, unternehmen wir noch einen Rundgang durch den Ort. Als erstes entdecken wir einen Weg zur der Aussichtsplattform Schlossblick am Hang des Dörenberges. Da das Wetter mitspielt, haben wir von hier oben schon mal einen Blick auf das Schloss und über Bad Iburg. Es geht wieder hinunter und kommen am Kneipp-Erlebnispark mit seinen Wasserspielen und Aktionsfeldern der an den Charlottensee grenzt vorbei. Die Fleckenskirche St. Nikolaus in der historischen Innenstadt neben den schönen Fachwerkhäusern, ist die älteste Hallenkirche im Osnabrücker Land und wurde aus Sandstein gebaut. Leider ist die Kirche geschlossen, aber dafür entdecken wir den Handwerkerbrunnen. Bei dem schönen Brunnen von 1992 geht es um die vielen Handwerksgilden, die ehemals die Wirtschaft in dem kleinen Ort unterhalb des Schlosses ankurbelten. Der Hanseplatz dient als Orientierungspunkt und Standort des Wochenmarktes. Die Beckerteichpforte und das Mühlentor weisen noch heute auf die Ummauerung des Fleckens hin. Dann kommen wir zu dem Uhrenmuseum mit der 4 Meter langen Armbanduhr und somit die größte der Welt. In diesem historischem Gebäude werden über 800 Uhren gezeigt und 300 Jahre Geschichte der Zeitmessung dokumentiert. Jetzt geht hoch zum Schloss. Das Schloss ist auf den Schlossberg nicht zu übersehen. Es ist eines der bedeuteten Baudenkmäler im Osnabrücker Land. Wir kommen auf einen großen Platz. Rechts befindet sich der Eingang zum Schlossmuseum, und vor uns befindet sich ein Rundbogen. Wir gehen durch und sehen eine große Infotafel auf der wir vieles über das Schloss erfahren. Schloss Iburg war lange Jahre eine Doppelanlage aus Fürstbischöfliche Residenz und Benediktinerkloster. Wir gehen weiter in den Innenhof. Hier haben wir einen Blick auf den Bergfried auch Bennoturm genannt und auf die alte Klosterkirche. Wir sehen uns hier noch ein bisschen um und gehen wieder zurück. Wir stellen fest, das die Besichtigungszeiten leider schon um sind und wir uns den sehenswerten 12 mal 15 Meter großen Rittersaal leider nicht ansehen können. Wir hätten gerne das tolle Deckengemälde gesehen. Somit fällt auch das Schlossmuseum, das Münzkabinett und die Hofapotheke, die bis heute erhalten ist, aus. Ein Leggegebäude wurde auf dem Burgberg errichtet. Hier wurde das unter dem Begriff „Löwend Linnen“ bekannte Tuch hergestellt. Auf Höhe des heutigen Konventgartens am Iburger Benediktinerschloss stand einst ein Hospital, das den durchreisenden Kaufleuten nicht nur Zuflucht und Schutz, sondern auch medizinische Versorgung bei Erkrankungen gewährte. Leider sind keine Überreste dieses Gebäudes erhalten. Wir gehen einige Stufen hoch und kommen in den schön angelegten Konventgarten. Ich entdecke die interessante Skulptur von vier hintereinander schreitenden, aufrechte menschliche Figuren „Der aufrechte Gang“. Sie symbolisiert den menschlichen Schritt nach vorne, die persönliche Entwicklung oder auch Zivilcourage. Am Ende des Gartens haben wir einen Blick auf den Klosterneubau. Auf dem Rückweg sehen wir uns noch den imposanten Eingang an.

Wir begeben uns auf Rückweg gehen noch zum Baumwipfelpfad von Bad Iburg. Schon von weiten sehen wir den Einstiegsturm. Auf unseren vielen Reisen haben wir schon einige gesehen und bestiegen. Jetzt nehmen wir diesen auch noch mit. 158 Stufen müssen wir hinaufsteigen um die 30 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Oben angekommen führen uns die massiven Lärchenholzbohlen rund 600 Meter weit durch durch die ansonsten verborgene Welt der Fauna und Flora und bieten uns einen fantastischen Rundblick auf das Schloss und auf die Landschaft.

Landschaftliche Vielfalt, geschichtsträchtige Orte und mehrere Heilbäder prägen das Osnabrücker Land. Die Region im Südwesten Niedersachsens erstreckt sich vom Teutoburger Wald bis zum Artland. Neben schönen Kurparks bieten die Heilbäder unter anderem ein eindrucksvolles Schloss, historische Rundgänge und zahlreiche Wander-und Fahrradwege. Erlebe abwechslungsreiche Städte voller Geschichte, Kultur und Lebensfreude! Ob Bummeln durch charmante Altstädte, spannende Sehenswürdigkeiten oder gemütliche Cafés, hier findest du Ausflugsziele für jeden Geschmack. Museen, Kirchen und spannende Veranstaltungen lassen die Vergangenheit lebendig werden und machen die Kultur im Osnabrücker Land zu einem besonderen Erlebnis.