Unser Ziel für dieses Wochenende ist die Seestadt Bremerhaven. Bremerhaven ist eine Großstadt am Westrand des Elbe-Weser-Dreiecks, das in die Nordsee übergeht und ist etwa 60 Kilometer von Bremen entfernt. Die Seestadt hat sich mit seinem Überseehafengebiet zu einem der größten Hafenstädte Europas entwickelt und bietet maritimes Ambiente. Hier mündet der Fluss Geeste in die Unterweser. In Bremerhaven gibt es zwei Wohnmobilstellplätze. Den Wohnmobilstellplatz „Schaufenster Fischereihafen“ 53°31´36´´N/8°34´34´´E und den Wohnmobilstellplatz „Reisemobilplatz Doppelschleuse“ 53°31´55´´N/8°34´34´´E. Wir entscheiden uns für den zweiten Stellplatz und finden einen schönen Platz. Da wir wissen das es dort viel zu sehen und zu entdecken gibt, haben wir natürlich die Fahrräder mit dabei. Als erstes sehen wir uns die Doppelschleuse und das nahe Umfeld an und blicken auf das Wasser hinaus. Bremerhaven hat wirklich viel zu bieten. Jede Menge Museen, Ausstellungen, Sehenswürdigkeiten, Aussichtsplattformen, Rundfahrten, Schiffe, Theater, Parks, Bäder, Shopping und Häfen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Stadt kennenzulernen. Da gibt es zum einen den Hafen Bus. Der Doppeldecker fährt durch die Welthäfen. Dann Bremerhaven intensiv. Das beinhaltet eine dreistündige Stadtrundfahrt mit einer Reiseleitung. Es werden aber auch verschiedene Führungen angeboten. Wir wollen diese Stadt aber auf eigene Faust mit dem Fahrrad kennenlernen. Um uns ein Bild von Bremerhaven zu machen, wollen wir uns die Stadt erst mal von oben ansehen und gehen auf die Aussichtsplattform des SAIL City-Atlantik Hotels. Die befindet sich in der 20. und 21. Etage auf 86 Meter erbauter Höhe des über 140 Meter höchsten Gebäudes der Stadt. Oben angekommen haben wir einen fantastischen Panoramablick über die Hafenwelten. Man kann aber auch auf die 59 Meter hohe Aussichtsplattform vom 157 Meter hohen Radarturm gehen, um einen herrlichen 360° Ausblick über die Seestadt zu haben.
Wir fangen mit den Museen an und besuchen als erstes das Klimahaus. Neun Orte, fünf Kontinente, ein Planet, mein Abenteuer. Hier im Klimahaus 8° Ost begeben wir uns auf eine außergewöhnliche Tour. Von der Wüste der Sahelzone über das Packeis der Antarktis bis zum Strand von Samoa einmal um die Erde. Es gibt auch noch verschiedene Ausstellungsbereiche. Wir sehen uns alles ganz genau an und sind erstaunt darüber, wie gut dass hier alles dargestellt wird. Wir können hautnah erleben wie die Menschen in den wichtigsten Klimazonen leben. Unbedingt mal selber anschauen.
Als nächstes ist das Deutsche Auswandererhaus dran. Wir kommen in den ersten Raum und stellen uns gleich die Frage, wie es wohl ist die Heimat zu verlassen und in ein neues Leben aufzubrechen. Wir haben die Möglichkeit und begleiten einen realen Auswanderer auf seiner Reise. Wir erleben den Abschied, den Aufbruch, die Überfahrt und die Ankunft in der Neuen Welt. Das ist super spannend und sehr interessant. Zum Schluss begeben wir uns auf die persönliche Spurensuche nach einem eigenen Vorfahren der ausgewandert ist. Bei mir war es meine Großtante nach Canada und Bekannte die nach Argentinien gegangen sind. Tatsächlich haben wir was gefunden, aber die Zeit reichte nicht aus. Vielleicht nehmen wir das irgendwann noch in Angriff.
Direkt am Ufer der Geeste gelegen lädt uns das Historische Museum Bremerhaven auf 3.300 Quadratmetern dazu ein, die bewegte Geschichte, Kunst und Kultur der Seestadt Bremerhaven und ihrer Umgebung zu entdecken. Wir erleben eine spannende Zeitreise, die von den frühesten menschlichen Spuren im Elbe-Weser-Dreieck bis in einen Kinosaal der 1950er Jahre führt. Wir bestaunen eine komplette historische Werft samt Schiffbauplatz und Werftarbeiterwohnhaus, realistische Hafenumschlagszenen, eine begehbare Hafenkneipe, ein originaler Fischladen aus der Vergangenheit. Mit dabei sehen wir lebensgroße, von Künstlern gestaltete Figuren und vielfältige Medien wie Filme. Und bekommen abwechslungsreiche Einblicke in das Leben an der Küste von damals. Außerdem gibt immer mal wieder sehenswerte Sonderausstellung. Wir sind beeindruckt und haben mal wieder viel dazugelernt.
Fehlen darf natürlich nicht das Deutsche Schifffahrtsmuseum mit dem Freilichtmuseum im Museumshafen. Hier machen wir eine Entdeckungsreise durch die maritime Geschichte. Hier präsentiert sich Schifffahrt zum Anfassen und Entdecken. Das Kernstück ist der Museumshafen mit seiner einmaligen Museumsflotte. Fast alle Schiffe die hier stehen und können besichtigt werden. Wir entscheiden uns für zwei Schiffe und sehen uns alles genau an. Aber auch an Land entdecken wir vieles was die Schifffahrt betrifft. Unter anderem den Handkurbelkran, einen Wasserstandsanzeiger und andere historische Großobjekte. Wir besichtigen auch noch das einzige erhaltene U-Boot Wilhelm Bauer. Hier vergeht die Zeit wie im Fluge.
Wir fahren mit dem Fahrrad zum Fischereihafen und sehen uns den Stellplatz da auch mal genauer an. Außerdem ist heute Flohmarkt in einer Halle und da können wir ein bisschen stöbern gehen. Die Halle ist ganz schön groß und somit benötigen wir hier auch einige Zeit, bis wir uns die Sachen die hier zum Verkauf angeboten werden, angesehen haben. Der Fischereihafen liegt an der Mündung der Weser zwischen den Flüssen Geeste und Lune. Der Ortsteil Fischereihafen ist geprägt durch die Gewerbeflächen seines Hafengeländes, die fast den gesamten Ortsteil einnehmen. Eine maritime Erlebniswelt rund um den Fisch und das Meer findet sich um den Fischereihafen I im Schaufenster Fischereihafen mit dem Fischbahnhof und der dort beheimateten Ausstellung „Expedition Nordmeere – Fischereiwelten Bremerhaven“. Hier liegen Tür an Tür gehobene Restaurants und gemütliche Hafenkneipen, Geschäfte mit maritimem Zubehör und natürlich gibt es Fisch in allen Variationen. Wir haben Hunger, gönnen uns ein Fischbrötchen und sehen dem Treiben hier am Hafen interessiert zu. Zu gucken gibt es immer was.
Natürlich fahren wir auch unbedingt zum Hafen von Bremerhaven. Angeboten wird eine Hafenrundfahrt mit der Lady Sunshine und Hein Mück. Da sind wir hautnah am Hafen Leben mit seinen riesigen Schiffen, Autoumschlagplätzen, Docks und Werften dabei. Diese Rundfahrt werden wir das nächste Mal machen. Jetzt sehen wir uns hier erst einmal alleine um. Wir erfahren hier, dass die heutigen Seehäfen im Stadtbremischen Überseehafengebiet liegen und dass die Überseehäfen Bremerhaven das Drehkreuz für den In- und Export diverser Waren sind. In den riesigen Häfen sehen wir Mega-Schiffe, Millionen von Containern und schier unendlich viele Autos. Eine Vielzahl von Schleusen und Brücken gehören hier in die Hafenstadt ebenso dazu wie Sportboothäfen und Marinas. Eine Ausnahme ist der Container Terminal IV im Stadtteil Weddewarden. Hier wird richtig was bewegt. Vorne ist, wer im weltweiten Handel den schnellsten, sichersten Hafen anbietet, die größten Schiffe abfertigen kann und die Liegezeiten der Ozeanriesen auf ein Minimum verkürzt. Bremerhavens Container-Terminal „Wilhelm Kaisen” besitzt nicht nur die längste See Kaje der Welt, sondern ist in Sachen Sicherheit und Schnelligkeit in der Welt ganz vorn. Außerdem wissen wir jetzt, dass die Columbus Kaje und der Container-Terminal von der Tide abhängig sind. Hier steht auch der Container-Aussichtsturm. Dieser besteht aus einem Traggerüst und zwölf Container. Eine 12,50 Meter hohe und rund 80 qm große Aussichtsplattform ermöglicht es uns, den Betrieb im Containerterminal, aber auch das Ein- und Durchschleusen von Schiffen durch die Nordschleuse zu beobachten. Die Kreuzfahrtschiffe werden vom Columbus-Cruise-Center auf der Columbus Kaje abgefertigt. Eine Kaje der Urlaubsfreuden auf eleganten Kreuzlinern, die von Bremerhaven aus vor allem zu den Fjorden und in nordische Meere aufbrechen. Auch der Auto-Terminal gehört zu den größten der Welt. Wie auf dem Container-Terminal bestimmt der Boom mit Nobelkarossen von BMW und DaimlerChrysler im Export und nahezu allen japanischen und koreanischen Marken im Import das Geschäft. Immer neue Aufstellflächen, Parkhäuser und Kajen entstehen, um die riesigen Autotransporter abfertigen zu können. Weit über 1,3 Millionen Autos werden hier in jedem Jahr umgeschlagen auf über zwei Millionen Quadratmetern Fläche, wo ständig 40.000 Autos in Spezial-Parkhäusern und über 60.000 offen zwischen geparkt werden. Und es wird weiter gebaut. Die übrigen Häfen liegen als Dockhäfen hinter Schleusen.
Und dann ist da noch die Elvis Presley Bronze Tafel vom wohl bekanntesten Rekruten der amerikanischen Streitkräfte. Er kam am 1. Oktober 1958 auf den Truppentransporter GENERAL RANDALL in Bremerhaven an. Zum Schluss fahren wir noch zu der letzten Kneipe vor New York. Hier vereinen sich Menschen aus verschiedenen Nationen, Reisende, Touristen, Seeleute und Bremerhavener bei einer deutschen und internationalen Speisenkarte mit einer großen Auswahl an Fisch- und Fleischgerichten. Eine tolle Atmosphäre.
Ein Besuch in der City von Bremerhaven mit einem kleinen Einkaufsbummel darf natürlich nicht fehlen. Die Fußgängerzone der Innenstadt auch Bürger genannt ist eine schöne und moderne Einkaufsstraße. Auf bestimmt 1 Kilometer Länge befinden sich unzählige Geschäfte und Cafés und gläsernen Arkaden. Danach gehen wir in direkter Verbindung über die gläserne Hafenbrücke zum Columbus Shopping Center auch Oberer Bürger genannt. Die Türme des Centers ragen in den Himmel und prägen so die Silhouette der Seestadt. Hier sind wir auch gleich beim Mediterraneo und bekommen ein Gefühl von Urlaubsshopping wie im Süden. Tolle Arkadengänge, Wasserspiele und die Piazza präsentieren uns ein authentisches Ambiente.
Was natürlich nicht fehlen darf, ist ein Besuch im Zoo am Meer. Dies ist ein Themenzoo mit Spezialisierung auf wasserlebende und nordische Tierarten. Er liegt direkt am Deich nahe dem großen Leuchtturm am historischen Neuen Hafen. Er ist der kleinste öffentliche Zoo Deutschlands. Wir beobachten hier unter anderem Eisbären, Robben und Pinguine. Der Zoo ist wirklich schön angelegt. Auf der Aussichtsplattform haben wir einen Blick auf die Wesermündung und können die vorüberfahrenden Schiffe beobachten. Wir können uns so nicht nur mit Meerestieren beschäftigen, sondern auch gleichzeitig auf deren Lebensraum schauen. Hier steht auch das Auswandererdenkmal auf dem Willy-Brandt-Platz. Das Denkmal ist in Bronze gegossen und stellt eine vierköpfige Familie dar. Der Vater, der seine linke Hand hochstreckt, scheint sich auf die Neue Welt zu freuen.
Wer in Bremerhaven ein bisschen länger bleibt, für den habe ich noch zwei Ausflugstipps. Zum einen das Freilichtmuseum im Stadtpark Speckenbüttel und zum anderen eine Fahrt mit der Museumsbahn von Bremerhaven nach Bad Bedakesa.
Alte Schiffe, moderne Gebäude und viele Ausstellungen. Bremerhaven bietet viele interessante Ausflugsziele. Startet einen Besuch und seht selbst. Viel Spaß.