Heute fahren wir nach Emden. Ich habe in meiner Jugend mal ein halbes Jahr in Emden gearbeitet und jetzt wollen wir mal sehen was sich da vielleicht so verändert hat. Es gibt zwei Wohnmobilstellplätze. Zuerst fahren wir zum Wohnmobilstellplatz „Alter Binnenhafen“ 53°21´49´´N/7°12´31´´E und bekommen sogar einen Platz in der ersten Reihe. Das ist hier nicht selbstverständlich. Dieser Platz liegt an einer Marina und ziemlich zentral und somit immer schnell ausgebucht. Alles kann man gut zu Fuß erreichen. Emden ist eine Stadt im Nordwesten von Niedersachsen und die größte Stadt in Ostfriesland. Sie liegt an der Emsmündung am Nordufer des Dollarts. Bekannt ist Emden zudem als Geburtsort der Komiker Otto Waalkes und Karl Dall, die den Ostfriesenwitz geprägt haben. Außerdem wuchs hier auch der Filmregisseur Wolfgang Petersen auf. Dieser wurde durch den Film „Das Boot“ bekannt. Otto haben seine Ottifanten, Filme und Musikalben zur größeren Bekanntheit geholfen. Otto hat hier sein eigenes Museum inkl. kleinem Shop bekommen. Das Otto Huus. Im Otto Huus ist das alles über seine Karriere und vieles mehr zu bestaunen. Aufgewachsen ist er in der Siedlung Transvaal und hat dieser Siedlung zwei küssende Ottifanten gestiftet. Wir haben auch sein Elternhaus gesehen, werden es aber hier nicht nennen. Auf der einen oder anderen Ampel ist Otto auch zu sehen. In der Stadt habe wir abends auch noch ein nettes Lichtbild auf einer Hauswand gesehen.

Emden ist auch eine Stadt des Wassers. 865 Hektar Wasserfläche. Ein großer Teil besteht aus Hafenbecken und das andere verläuft sich in 150 Kilometer Kanäle durch das Stadtgebiet. Nach einer Tasse Tee, die wir immer bei Ankunft trinken, gehen wir in die Stadt und beginnen da mit unserem Rundgang. Wir sehen uns die Sehenswürdigkeiten an, denn davon hat Emden eine ganze Menge. Als erstes sehen wir zwei Kanonen, die einst an der afrikanischen Golfküste vor einer Festung standen. Am alten Markt angekommen stehen wir vor dem imponierenden Rathaus am Delft. Aus dem Rathausturm hören wir das Glockenspiel bestehend aus 23 Glocken. Es spielt alle zwei Stunden. Das Rathausgebäude beherbergt das Ostfriesische Landsesmuseum. Im Museum findet man unter anderem eine Ausstellung über die Sammlung geografischer und kultureller Geschichte des ostfriesischen Küstenraumes sowie der Stadt Emden. Auf dem Platz vor dem Rathaus steht das Wahrzeichen der Fürbringerbrunnen mit den Bronzefiguren eines Hafenarbeiters und einem Fischer. Sie symbolisieren die Verbundenheit der Stadt mit dem Hafen. Am Falderndelft mit der Faldernbrücke stand einst eine Werft für die Schiffe aus der Goldküste. Hier sehen wir ein altes Klipperschiff. In der Großen Kirche befindet sich heute die Johannes a Lasco Bibliothek. Sie ist die älteste Bibliothek Ostfrieslands mit einem umfangreichem, historischem Buchbestand. Die Pelzer Häuser 11+12 aus dem Jahre 1570 sind die ältesten Häuser der Stadt Emden. Am Scheckendieckplatz steht die Statue vom dem Ehrenbürger Carl Schweckendieck. Hier befinden sich in sehr schönen altern Häusern das Haus der Schifffahrt und das Arbeitsgericht. Wer mehr über die Seefahrt erfahren möchte ist im Maritimen Museum genau richtig. Interessant ist die Galerie Amuthon-Art mit dem bunten Auto an der Wand. Bei unserem Rundgang sind wir auch der Straßenfegerin Peterke de Boer begegnet. Dies sind nur einige Sehenswürdigkeiten von vielen. Für jedes Interesse wird hier was geboten. Beim Bummeln durch die Stadt haben wir natürlich auch ein nettes Café gefunden. Pausen um sich zu stärken sind immer gut. Außerdem macht es immer wieder Spaß dem Bunten Treiben in den Innenstädten zu zusehen. Wer ausgiebigerer Shoppen möchte, für den gibt es in Emden das DollartCenter mit rund 40 Fachgeschäften. Eine attraktive Mischung aus Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie sowie abwechslungsreichen Aktionen und Events.

In Emden führt das Wasser bis in die Innenstadt. Der Alte Binnenhafen in der Stadtmitte Emdens ist ein maritimes Erlebnis. Wir haben von diesem Standort aus eine Aussicht auf den Alten Ratsdelft, welcher die Geheimnisse früherer Zeiten verspüren lässt. Früher war Emden beispielsweise der wichtigste Umschlagplatz an der Nordsee. Zur dieser Zeit waren in der Seehafenstadt mehr Schiffe beheimatet als die gesamte Flotte Englands umfasste. Traditionell und doch Neuem aufgeschlossen, so präsentiert sich der Alte Binnenhafen. Wir gehen nun zum Ratsdelft und treffen an der Delfttreppe auf das Fischermädchen Jantje Vis. Mit ihrem Korb voller Fische weist sie auf die Bedeutung des Heringsfang in Emden hin. Etwas weiter lehnen sich am Geländer die Drei Delftspucker. Die Skulturen stehen für die alten Männer die sich hier früher zu einem Klönschnack am Geländer trafen und den Kautabak in Wasser spuckten.Jetzt kommt das berühmte Hafen Tor, die Einfahrt zum mittelalterlichen Hafen. Das Hafen Tor ist ein beliebter Treffpunkt für Touristen wie auch für Einheimische. Wer durch das Emder Hafen Tor geht, sollte ihm ein bisschen Zeit schenken. Es ist das letzte bestehende Stadttor der Seestadt. An dem Bauwerk können wir das Stadtwappen sehen und entdecken eine Inschrift mit Motto „Gott ist für Emden Brücke, Hafen und Segelwind“. Etwas weiter steht auf einem Sockel das Stadtrelief. Hier gibt es übrigens super leckeres Fischbrötchen. Wir kaufen uns eins und blicken beim Essen auf die andere Seite. Dort stehen verschiedene Museumsschiffe wie das Museumsfeuerschiff „Amrumbank Deutsche Bucht“ im Emder Ratsdelft. Das Feuerschiff war 65 Jahre lang in der Deutschen Bucht als schwimmender Leuchtturm unermüdlich im Einsatz. Daneben steht als maritimes Denkmal der Seenotrettungskreuzer „Georg Breusing“. Sehenswert sind die nautischen Einrichtungen, Maschinenanlagen und die Unterkünfte der Besatzung. Die Schiffe können besichtigt werden. Für die Heringsfischerei liegt der Heringslogger „AE7 Stadt Emden“ als Beispiel im Ratsdelft. In dem Maritimen Museum – Freunde der Seefahrt e.V. gibt es Fotos, Bilder, Reedereiflaggen, Reedereibroschüren, Nachschlagewerke, Schiffsmodelle, Exponate aus vergangener Seefahrtzeit. Hier kann man sich gut informieren. Wer Lust hat kann von hier aus auch an Hafen- und Grachtenfahrten teilnehmen. Auf dem Boden fällt uns ein Bronzeschild auf. Dieses ist dem Emdener Matjes gewidmet. Hier am Alten Binnenhafen steht die Fabrik für die Matjesverarbeitung. In einem kleinen Laden findet zu bestimmten Zeiten der Fabrikverkauf statt. Matjes immer wieder lecker.

Wir gehen die Promenade am Alten Binnenhafen weiter und kommen zu den drei Klappbrücken. Damit hier ein Schiff durchfahren kann, müssen drei Brücken gleichzeitig geöffnet werden. Die Autobrücke, die Eisenbahnbrücke und die Fußgängerbrücke. Bevor wir die Brücke überqueren, biegen wir rechts ab und gehen zur alten ÜTJE-Fabrik. Ütje ist ostfriesische Wort für Erdnuss. Hier war die Erdnussrösterei bevor die Fabrik bis auf dem Turm abgerissen wurde. Der rote Ütje-Turm bleibt erhalten und wird ein Teil der neuen Planung. Wir gehen zurück und überqueren die Brücke und kommen zur der Blauen Brücke am neuen Delft. Von hier aus haben wir noch mal auf den Ratsdelft und auf den Neuen Delft. Am Abend leuchtet die Brücke in einem schönen blau und ist somit schon von weitem zu sehen. Hier gab es früher mal eine Heringsfischerei mit einer Heringsfanggesellschaft. Uns fällt ein restauriertes Vorschiffsteil vorm Dienstgebäude des Wasser- und Schifffahrtamt Emden auf. Es ist vom alten Unterwasserschiff des Bereisungsschiffes „Ems“, das mittlerweile stillgelegt im Hintergrund am anderen Ufer liegt. Das Schiff hatte 2002 eine neues Vorderteil bekommen. Außerdem gibt es hier die Ortstonne Westerbalje, einen alten Stockanker und die alte Schiffswelle des Schleppdampfers „Wilgum“ zu besichtigen. Auch der Ems-Jade-Radweg führt hier entlang.

Unser Rundgang führt uns natürlich auch zum Emder Stadtwall, der früher als Schutz diente. Der Wall wurde zur Verteidigung der damals sehr wohlhabenden Stadt errichtet. Er bestand früher aus elf Zwingern (fünfeckigen Bastionen), die sich nahezu ringförmig (deutlich mehr als 180 Grad) um die Stadt legten. Den Rest der Barriere bildete die damals unmittelbar an der Innenstadt vorbeifließende Ems. Heute stehen auf zwei Anhöhen noch Windmühlen. Die restaurierte Vrouw-Johanna-Mühle und die Rote Mühle (ohne Flügel, heute ein Kindergarten). Heute sind von den einstmals elf Zwingern noch acht übrig. In seiner Geschlossenheit und dem Grad seiner Erhaltung ist der Emder Wall heute dennoch eine Seltenheit. Der Wall wird von drei stadtauswärts verlaufenden Kanälen gekreuzt, die auf Brücken überquert werden können. Drei Ausfallstraßen kreuzen ebenfalls den Wall, wovon die wichtigste unterquert werden kann. Die anderen beiden Übergänge über die Straßen sind durch Zebrastreifen gesichert, so dass eine durchgehende Wanderung von einem zum anderen Ende des Walls problemlos möglich ist. Heute mit einer Vielzahl von Bäumen bestanden, wird der Wall von den Emder als Naherholungsgebiet geschätzt. Dem kann man nur beistimmen. Wir sehen viele Sportler, die diesen Park nutzen. Agierenden Joggern, Walkern oder Nordic Walkern und auch Radfahrer. Daneben ist der Wall ein beliebtes Ausflugsgebiet für Spaziergänger. Wir gehen am Falderndelft entlang und kommen zu der Witwenbrücke. Hier beginnt das Rote Siel. Das Brückenwärterhäuschen diente ursprünglich als Kopf eines Leuchtturms. Hier am Roten Siel stehen wunderschöne alte Backsteinhäuser. Das Gödenser Haus ist eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude in Emden. Das Haus am Roten Siel-WJ Fisser enthielt eine Weingroßhandlung und Likörfabrik. Wir überqueren die Brücke und gehen rechts weiter bis zur Kesselschleuse. Diese Kesselschleuse ist ein in Europa einzigartiges Bauwerk. Diese Rundkammerschleuse verbindet gleich vier Wasserstraßen für die Schifffahrt. Den Ems-Jade-Kanal, den Emder Stadtgraben, das Fehntjer Tief und das Rote Siel, ein Ausläufer des Emdener Hafen. Wir entdecken auch eine Gedenktafel mit allen wichtigen Daten. Nach genauer Besichtigung gehen wir zurück und sehen uns die Neue Kirche mit beeindruckender Architektur, Klarheit im Innern und ihrer hervorragenden Akustik an. Leider nur von außen, denn die Tür ist verschlossen. Aber der Blick auf den Turm mit seiner farbigen Kuppel entschädigt das. Wir kommen zum Stephansplatz und sehen das Denkmal von Heinrich von Stephan. Er wurde Generalpostdirektor und übernahm die Reichspostverwaltung. Nach ein paar Minuten erreichen wir die Kunsthalle Emden. Sie ist ein Museum für Kunst der Moderne und Gegenwart und verfügt über 1500 Kunstwerke. Auch im Außenbereich ist Kunst zu bestaunen. Eines der beliebtesten Fotomotive ist die „Maja“, die vor der Kunsthalle steht. Wir gehen am Stadtgraben weiter und vor uns steht der Chinesen Tempel. Ein Gebäude ohne Ecken und Kanten, mit einem Dach wie ein Zuckerhut und rundum gedrehte Säulen bildet der Tempel zusammen mit der Laterne gegenüber und der Brücke ein Kulturdenkmal. Etwas weiter steht der Emder Wasserturm nahe dem heutigen Hauptbahnhof. Das Bauwerk mit seinen 42 Metern Höhe überragt die meisten Gebäude der Stadt und steht unter Denkmalschutz. Von hier aus haben wir einen guten Blick auf die alte Güterzuglok 043-903-4. Einst mit Kohle befeuert kann sie heute von außen besichtigt werden. Fahrspaß für Groß und Klein bietet die Emder Modell-Dampffreunde mit ihren verschiedenen Zügen auf 700 Meter Rundkurs.

Bei unserer Rundtour durch Emden sind uns natürlich die vielen Bunker aufgefallen. Der Hochbunker am Bahnhof und an den Klappbrücken, die Bunker zu Wohnhäuser oder zum Kulturbunker umgebaut und toll geschmückt mit Graffiti-Malerei ragen sie aus dem Emdener Stadtbild. 35 Luftschutzbunker und 141 splittersichere Kleinbunker wurden damals errichtet. Die Geschichte dazu erfährt man in 26 Räumen im Bunkermuseum. Es ist ein Regionalmuseum für die Epoche von 1933 bis 1948 in Emden und Ostfriesland. Das Museum befindet sich in einem authentischen Bunker des Zweiten Weltkriegs.

Da wir den Außenhafen von Emden auch noch besuchen wollen, fahren wir zum Wohnmobilstellplatz Yachthafen Außenhafen Emden / Emder Yacht Club“ 53°20´15´´N/7°11´01´´E.Wir bekommen einen schönen Platz und können sogar Schiffe gucken. Der Hafen von Emden ist ein Seehafen und liegt an der Mündung der Ems in die Nordsee. Er ist der westlichste an der Küste Deutschlands. Hier wird hauptsächlich Kraftfahrzeuge, Forstprodukte und Windenergieanlagen umgeschlagen. Außerdem ist Emden ein wichtiger Fährhafen zur Nordseeinsel Borkum. Nicht zu vergessen das Volkswagenwerk Emden. Der VW-Konzern entschied sich 1964 bewusst für eine Hafenstadt als neuen Produktionsstandort. Wir sehen hier im Außenhafen Autofrachter anlegen, die ihre Fahrzeuge entladen und mit neuen beladen. Der Hafen ist durch zwei Schleusen erreichbar. Die ältere und kleinere Nessenlander Schleuse dient der Binnen- und Sportschifffahrt und der Wasserregulierung im Hafen. Gleich daneben steht auch das Lotsenhaus. Die Große Schleuse dient der Seefahrt und teils auch der Binnenschifffahrt. Dann können wir den Leuchtturm Westmole sehen. Er steht am Außenhafen und markiert als Molenfeuer die Einfahrt zum Hafen. Das Highlight im Emdener Hafen ist, wenn wieder ein gebautes Kreuzfahrtschiff aus der Meyer Werft in Papenburg die Große Seeschleuse den Emder Hafen erreicht. Das ist schon ein Erlebnis. Dann ist hier natürlich auch eine Menge los. Jeder will das Spektakel sehen.

Die Raststelle am Anleger in Emden-Petkum bietet einen wunderschönen Ausblick. Wir nehmen unsere Fahrräder und fahren an diese Stelle um uns davon zu überzeugen. Angekommen stellen wir fest, das hier nicht übertriebene wurde. Diese Raststelle ist nicht nur besonders wegen ihrer schönen Anfahrt durch die schmalen Straßen und das Deichschart, sondern bietet wirklich einen wunderschönen Ausblick. Kräftesammeln mit Hafen- und Emsblick, Meeresduft in der Nase und das leise Möwengekreische im Ohr. Es gibt eine kleine Wetterschutzhütte mit Sitzmöglichkeiten. Informationstafeln auf dem Dach und noch dazu die Möglichkeit nach einer kleinen Stärkung die Ems zu passieren. 20 Minuten dauert die Überfahrt mit der kleinen nostalgischen Fähre „Ditzum“. Ein PKW kann auch mitgenommen werde. Wie soll ich sagen: Eine tolle Krönung für Radfahrer.

 

Erlebt und entdeckt selbst die Besonderheiten der Seehafenstadt Emden und lest die informativen Schilder „Emder Denkmäler entdecken“ die überall verteilt in der Stadt stehen.