Kurzentschlossen haben wir uns dazu entschlossen, uns mit Freunden in Zeeland zu treffen. Da wir immer schon mal die Sandskulpturen in Garderen und das Kröller-Müller Museum in Otterloh im Nationalpark De Houge Veluwe sehen wollten, fahren wir einfach ein paar Tage eher los. Diese beiden Sehenswürdigkeiten liegen auf der Route und so bietet sich das förmlich an. Um den Nationalpark De Hoge Veluwe herum gibt es so viele Mini-Campings, das ich für uns einen ausgesucht habe, der für unsere Tour am besten geeignet ist. Wir fahren zu dem Wohnmobilstellplatz „Camping Otterlo & De Veluwe“ 52°6´11´´N/5°45´41´´E und bekommen einen schönen Platz. Ich hatte hier einen Platz reserviert. Vor ist ein kleiner Teich angelegt und auch sonst sind wir sehr positiv überrascht wie schön es hier ist. Da wir die Besichtigungen mit dem Fahrrad unternehmen wollen, bereiten wir schon mal alles vor, um dann morgen nach dem Frühstück loszufahren. Heute scheint die Sonne. Die beste Voraussetzung für unsere heutige Fahrradtour. Alle Eintrittskarten habe ich schon vorher online gebucht. Wir fahren kurz den den kleinen Otterlo und kommen zu der Station wo wir die Karten vorzeigen müssen, um erst einmal in den Park zu kommen. Hier sehen wir auch den Fahrradstand mit den weißen Fahrrädern. Da der Nationalpark De Hoge Veluwe eine Größe von 5.500 Hektar große Fläche an Wälder,- Heide- und Grasflächen sowie Sandlandschaften bietet stehen für die Besucher 1800 weiße Fahrräder kostenlos an drei Eingängen zur Verfügung. Wir nutzen unsere, was auch kein Problem ist. Im Nationalpark findet man unter anderem den Marchantpein, das Museonder, ein Parkrestaurant, das Besucherzentrum, das Kröller-Müller Museum, die President Steynbank, den französichen Berg und das Grab von Anton und Helene Kröller-Müller. Beim erkunden der Natur können wir durchaus auf Hirsche, Mufflons und Wildschweine stoßen. Wir haben aber keine Begegnung mit diesen Tieren gehabt. Wir besuchen das Besucherzentrum. Hier erfahren wir viel über die Landschaft, über die Flora, die Fauna und die Geschichte von De Hoge Veluwe. Es werden auch interessante Naturfilme gezeigt. Des weiteren besuchen wir auch das Museonder. Hier erhalten wir Zugang zu dem ersten unterirdischen Museum der Welt. Hier sehen wir alles was unter der Erdoberfläche lebt und lebte. Auf dem Weg kommen wir zu einem kompletten Wurzelwerk von einem Baum der 135 Jahre alt ist. Es gibt Steine, die uns ihre Herkunft erzählen, indem wir unsere Hand darauf legen. Außerdem Knochen von Tieren die seit Tausenden von Jahren schon ausgestorben sind, aber hier mal gelebt haben und vieles mehr. Der Besuch hat sich gelohnt. Wir kommen an einem Haus vorbei mit einem Schild auf dem De Pampel steht. De Pampel ist ein Gebiet inmitten des Parks. Früher bestand es aus Häusern, Scheunen einer Schafzucht und mehr. Heute liegt De Pampa im Zentrum des Parks. Wir fahren weiter zu dem Jagdhaus Sint Hubertus und kommen an einem sehr schönen See vorbei. Es liegt im Norden des Nationalparks. Hier halten wir an und haben einen tollen Blick auf das Jagdhaus. Nach einer kurzen Pause fahren wir zu dem Jagdhaus. Es ist das ehemalige Landhaus des Ehepaars Kröller-Müller. Später wohnte das Paar ständig dort. Es ist eines der bedeutendsten Gebäude der Niederlande. Das Jagdhaus ist in einem englischen Landhausstil entworfen. Im Mittelpunkt des Gebäudes steht der alles überragende Aussichtsturm, von dem man eine weite Aussicht über den Park hat. Wir haben uns das Jagdhaus nur von außen angesehen.

Jetzt fahren wir zum Kröller-Müller Museum. Die Fahrräder stellen wir vor dem Museum ab. Im Museum erwartet uns eine der schönsten van Gogh Sammlung der Welt und weiter Spitzen werke moderner Künstler wie Claude Monet oder Pablo Picasso. Man nennt das Museum auch das zweite Zuhause der Werke von Vincent van Gogh. Rund 88 Gemälde und 180 Zeichnungen besitzt das Museum. Wir sind jetzt keine Kunstkenner, aber das eine oder andere Gemälde ist uns natürlich bekannt. Aber letztendlich war die Ausstellung auch für uns sehr interessant.

Jetzt begeben wir uns in den Skulpturenpark. Gut das wir einen Plan mitgenommen haben und jetzt die Wege planmäßig ablaufen können, denn dieser Park ist einer der größten Skulpturengärten Europas. Hier findet moderne Bildhauerei einen Platz in der Natur. 200 moderne Kunstwerke bedeutender Künstler sehen wir uns an. Es gibt auch zwei Pavillons mit tollen Werken zu besichtigen. Berühmte Skulpturen stammen von Künstler wie Auguste Rodin, Henry Moore, Jean Duduffet und Joep van Lieshout. Uns sagten die Namen vorher nichts. Aber jetzt haben wir unseren Wissensstand erweitert. Nach zwei Stunden Spaziergang und Skulpturen ansehen sind wir noch in das Café. Da es langsam dunkel wird, machen wir uns auf dem Heimweg. Wir waren jetzt im Herbst da und das Wetter war gut, ich würde aber jeden den Besuch im Sommer empfehlen.

Durch einen Bericht habe ich von dem Skulpturengarten in Garderen gelesen. Da dieser nicht weit von Otterlo entfernt liegt, wollen wir diesen besuchen. Außerdem gibt es dort auch Sandskulpturen. 2009 wurde die erste Ausgaben von Sand Skulpturen Garderen organisiert. Mit viel Erfolg, denn heute ist diese Ausstellung die größte Sandskulpturenveranstaltung der Niederlande. Es gibt aber nicht nur welche aus Sand, auch aus Holz und Beton. Der Park ist mehr als 3000 Quadratmeter groß. Als wir ankommen, empfängt uns ein riesengroßes Mädchen am Eingang und schon sind wir mittendrin. Wir tauchen ein in eine Welt aus Sand, Kunst, Unterhaltung und Geschichte. In diesem Jahr 2024 ist das Thema BÜCHER. Wir spazieren durch eine große Sandbibliothek und bewundern Geschichten aus Kinderbücher, Literaturen und Märchen. Aber nicht nur das, wir sehen außerdem etwas aus der Geschichte der Niederlande. Wie die Menschen im Mittelalter lebten und arbeiteten und wie sie in den Hansestädten Handel trieben. Zum Glück gibt es gute Wegweiser, denn so können wir nichts übersehen. An jeder Ecke werden wir wieder neu überrascht. Es gibt sogar ein Sandhotel. Es gibt Kunstwerke innen und außen. Nach dem wir den Park mit den Sandskulpturen verlassen, gehen wir noch zum Rosengarten und in das Einkaufsdorf. Auch die Holzfiguren in einem gesonderten Garten sehen wir uns an. Wenn ihr in der Nähe sei, schaut diesen Park unbedingt mal an. Wir werden nächstes Jahr wieder hinfahren, dann gibt es Thema 750 Jahre Amsterdam. Unter diesem Motto werden wir dann Skulpturen aus Geschichte, Kultur und ikonische Momente der Hauptstadt sehen.

Jetzt fahren wir weiter nach Zoutelande zum Wohnmobilstellplatz „Minicamping Waayenburg“ 51°30´40´´N/3°28´54´´E. Unsere Freunde hatten vorsorglich vorher einen Platz reserviert. Das war auch gut so, denn als wir ankommen ist alles ausgebucht. Unsere Freunde sind schon und heißen uns willkommen. Wir sind ungefähr 20 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt. Zoutelande ist ein Dorf in der niederländischen Provinz Zeeland und gehört zu der aus 13 Dörfern bestehende Gemeinde Veere. Zoutelande wird zusammen mit den Stränden von Dishoek und Westkapelle die Zeeländische Riviera genannt. Zouelande ist auch dadurch bekannt, weil hier das Ziel des jährlich stattfindende Zeeland-Küstenmarathon ist. Außerdem gibt es auch ein paar Sehenswürdigkeiten. Unter anderen die Catharinenkirche, die Mühle, das Bunkermuseum und den Leuchtturm. Die Kirche steht inmitten des Dorfes und ist von der Strandpromenade gut zu sehen. Die Mühle von Zoutelande ist eine runde Steinturm-Holländer mit einer Flügelspannweite von 21,40 Meter. Sie ist eine Kornmühle und ein ikonisches Element der Landschaft. Das Bunkermuseum ist in zwei Atlantikwallbunkern des ehemaligen Stützpunktes Lohengrin untergebracht. Der alte Leuchtturm auch Sergeant genannt, befindet sich in den Dünen und hat eine Höhe von 12,8 Meter. Die Reichweite des Lichts beträgt in etwa 22 Kilometer. Der schön gelegene Turm kann natürlich besichtigt werden.

Wir begrüßen unsere Freunde und nachdem wir uns eingerichtet haben, wir bleiben nämlich fünf Tage, gehen wir gemeinsam zum Strand. Wir steigen die Treppe hoch auf die 30 bis 45 Meter hohen Dünen und oben erwartet uns bei strahlenden Sonnenschein ein wunderschöner Strand mit einladenden Strandbuden. Der Strand hat eine Länge von etwa 5 Kilometer.Wir erfahren, das nirgends sonst die Sonne so oft scheint wie hier. In der Ferne sehen wir Gleitschirmflieger. Die Dünen hier sind bei den Gleitschirmflieger sehr beliebt. Zoutelande ist einer der wenigen Orte wo das erlaubt ist. Hinter dem Deich führt die Langstraat entlang. Hier gibt es Geschäfte, Restaurants und Eisläden. Also alles für eine Shoppingtour. Wir unternehmen erst mal einen Spaziergang am Wasser entlang. Ein bisschen komme ich mir vor wie am Nordostseekanal, denn auch da fahren immer wieder die großen Schiffe. Langsam geht die Sonne unter und gehen zurück zur Strandbar. Hier genießen wir den Sonnenuntergang und die leckeren Bitterballen. Eine Spezialität in der Niederlande.

Mit dem Fahrrad geht es heute nach Westkapelle. Westkapelle liegt an der Westspitze der Halbinsel Walcheren in der Provinz Zeeland. Auch hier wird der Ort durch die Dünen geschützt. Hier erstrecken sich Dünen mit einer Höhe bis zu 48 Meter. Der höchste Aussichtspunkt der Halbinsel Walcheren ist 54 Meter hoch und von diesem Höchsten Punkt blicken wir auf ein unvergleichliches Panorama über Land, Meer und dem Schiffsverkehr. Der Ort Westkapelle ist bekannt durch seine Leuchttürme. Der bekannteste ist der Leuchtturm Zuiderhooft, der auch hohes Licht oder Westkapelle Hoog genannt wird. Der Turm war früher ein Kirchturm und ist 53 Meter hoch. Er thront hoch über dem Dorf und ist somit von überall aus zu sehen.Man kann den Turm auch besichtigen. Bis zur Turmspitze sind es 179 Stufen, von denen die letzten aus Holz sind. Der zweite gusseiserne Leuchtturm Noorderhooft steht vor dem Deich auf dem sogenannten Westkap. Er ist als markante rot-weiße Landmarke bereits von weitem zu sehen und gut zu finden. Dieser Leuchtturm ist 16 Meter hoch und 4 Stockwerke. Wir erklimmen ihn, gehen auf die Plattform und haben einen so tollen Ausblick auf die Nordsee und den großen Schiffen. Westkapelle hat auch ereignisvolle Geschichte. Mehr über die Geschichte erfährt man im Polderhuis-Museum. Das Gebäude beherbergt auch das Deich-und Weltkriegsmuseum. Außerdem ein Museumscafé und einen kleinen Museumsladen. Im Poilderhaus erfährt man viel über die Geschichte des Kampfes gegen das Wasser, das Bauernleben im Poldern und über die Kultur. Im Museumsgarten, auf der Ufermauer und auf dem Deich gibt es verschiedene Objekte zu besichtigen, die mit der Geschichte von Westkapelle zu tun haben. Zum Beispiel gibt es einen Panzer, ein Landungsboot, einen Mühlstein und einen Aussichtswachturm. Auch in Westkapelle gibt es eine Mühle. Sie heißt De Noorman, ist 23 Meter hoch und ist eine Galeriemühle. .Von geschichtlicher Bedeutung ist auch das Gewässer Westkapelse Kreek und wird auch als Kriegsmonument gesehen. Auf dem Deich haben wir auf der einen Seite den Blick auf die Nordsee und auf der andren Seite auf die roten Dachziegel des Küstenortes. Beim Museum sehen wir einen kleinen Fischimbiss und genehmigen und ein leckeres Fischbrötchen bevor es wieder zurück geht.

Eine weitere Fahrradtour führt uns nach Domburg. Domburg ist ein Seebad an der Nordseeküste der Halbinsel Walcheren in der Provinz Zeeland mit dem alten Wasserturm als Wahrzeichen der Stadt, den wir schon weiten erkennen. Wir fahren oben auf dem Deich und sehen am Autostrand von Westkapelle hier am Wasser jede Menge Wohnmobile, die natürlich nur tagsüber kostenpflichtig hier parken dürfen. Wir kommen Domburg, einem der ältesten und charmantesten Badeorte Zeelands, immer näher. Angekommen stellen wir die Fahrräder in der Nähe der Kirche ab und gehen zuerst zum Strand, der genauso schön und weit ist wie die anderen Strände auch. Hier steht der Wasserturm inmitten des Naturdenkmals De Manteling. Die Backsteinform mit dem markanten Kupferdach, wie ein Soldatenhelm, fällt natürlich sofort auf. Der Turm ist 28,5 Meter hoch und hat eine Speicherkapazität von 200 Kubikmeter. Seit 1997 ist der Turm ein offizielles Reichsmonument. Außerdem steht hier der Badepavillon prachtvoll auf dem Deich direkt am Stand. Es ist ikonisches Gebäude und Denkmal inmitten der Dünen. Es diente als Kaffee- und Badehaus. Heute ist dort ein Restaurant, ein Konzertsaal und Wohnungen untergebracht. Wir gehen noch ein Stück auf dem Deich weiter und sehen auch die Villa Carmen Sylva hier in den Dünen. Auch die Villa ist ein Reichsmonument in Domburg. Es ist als Sommerhaus gebaut und hat ein mediterranes Aussehen. Die Villa wird auch heute noch als Badehaus genutzt. Wir kehren zur Ortsmitte zurück und kommen am Alten Rathaus dem nationalen Denkmal am Marktplatz raus. Das Rathaus ist nicht nur von der Architektur aus ein Blickfang, sondern es auch ein stummer Zeitzeuge der Geschichte dieser Stadt. Ein Besuch im Alten Rathaus bietet einen Einblick in die Vergangenheit. Sehenswert ist auch die Johanneskerk und Windmühle Weltevreden mit einer Höhe von 22 Meter. Wir suchen uns ein schönes Café und beobachten noch ein Zeitlang das rege Treiben hier an der Straße und sind verwundert darüber, das hier so viel los ist. Wir holen die Fahrräder und fahren langsam am Wasser entlang wieder zurück.

Unsere nächste Fahrradtour geht nach Middelburg. Da ist heute ein großer Wochenmarkt und mal schauen was uns da so erwartet. Middelburg ist die Hauptstadt von der Provinz Zeeland und ist eine Stadt mit vielen Denkmälern und voller historischen Gebäuden. Man spricht von 1100 nationalen Baudenkmälern. Nach einer halben Stunde Fahrradtour stellen wir die Fahrräder an der Binnengracht ab und sind somit dicht am Markt. Wir erkennen schnell, das Middelburg auch eine sehr grüne Stadt ist. Das Zentrum ist von einer Festung umgeben und die Bastionsreste waren einst ein Teil der Stadtmauer. Ein kurzer Fußmarsch und schon sind wir auf dem Wochenmarkt. Hier gibt es alles von Obst, Gemüse, Käse, Wurst und so weiter. Es duftet und riecht köstlich. Am liebsten würden wir uns mal durch alles durchprobieren. Allein die Atmosphäre ist es schon wert hierher zu fahren. Nachdem wir alle Gänge durchstöbert haben, setzen wir uns in ein Café und nutzen die Gelegenheit das Treiben auf dem Wochenmarkt zu beobachten. Gestärkt geht es jetzt auf den Stadtrundgang, um auch die schönen Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Wir beginnen hier gleich mit dem imposanten Stadthaus. Die Fassade ist mit mit vielen Details wie Skulpturen und Wasserspeiern verziert.Im Rathaus befindet sich ein Turm mit einer Uhr und einem Glockenspiel. Man nennt den Turm Malle Betje, weil die Uhr immer hinter der der von dem langen Jan zurück bleibt. In Middelburg begegnen wir auf der Straße immer wieder Kunstobjekte mit Hintergrundgeschichte. Hier vorm Stadthaus steht der magische Brunnen. Ein Modell vom Rathaus steht auf eine Sockel und daneben zwei Stühle Ich setze mich, sehe durch ein Loch und kann auf das Abwassersystem aus dem 8.Jahrhundert blicken. Plötzlich kommt ein Wasserstrahl aus dem Stuhl und natürlich ist das Gelächter groß. Dann gibt es Frau im Liegestuhl Rebecca. Auf einer von zwei Strandliegen sonnt sich eine Frau. Die zweite Strandliege lädt dazu ein sich hinzulegen und einfach mal die Sonne zu genießen. Gesagt und getan. Interessant sich auch Die sprechenden Hände von Middelburg. Beim Anschauen der schönen Häuser entdecken wir inspirierende Poesie. In der Stadt verteilt begegnet man 21 kurze Gedichte an den Hauswänden. Das schöne daran ist, das man kurz innehält um die Texte zu lesen. Tolle Idee. Wir kommen zur Abtei und zum Langen Jan. Die Abtei besteht im Kern heute aus drei Kirchen. In der Abtei ist das Seeländische Museum untergebracht. Neben den Kirchen steht der Lange Jan. Ein achteckiger 90 Meter hoher Turm und somit das höchste Gebäude auf Walcheren. Nach 207 Stufen erreicht man einen Aussichtsraum und hat einen super Blick über die Stadt und weit hinaus. Bei sehr guter Sicht kann man sogar die umliegenden Inseln sehen. Beim Rundgang sehen wir viele kleine Gassen. In der Kuiperspoort, ein wunderschöner Innenhof, hier wären wir fast vorbei gelaufen, gibt es noch Häuser aus dem 16 Jahrhundert mit Kopfsteinpflaster, alte Lagerhäuser der Küfergilde und Treppengiebel. In der Janstraat treffen wir auf den alten Fischmarkt. Heute sind hier viele Restaurants und Cafés. Immer rennt die Zeit viel zu schnell und wir machen uns langsam auf den Weg zu den Fahrrädern. Da fällt mir noch ein imposantes Gebäude auf. Der Kloveniersdoelen. Ein Haus der Schützling und nationales Denkmal mit einer flämischen Fassade. Es wurde als Militärhospital genutzt und heute ist dort ein Café, ein Kino und eine Gastronomie im Garten untergebracht. Zu erwähnen sind noch die 4 Galeriewindmühlen in Middelburg. Zwei davon stehen im Bereich der alten Festungswälle und zwei sind etwas weiter außerhalb vom historischen Zentrum. Nicht zu vergessen für alle Schokoladenfans. Das Schokoladenmuseum in einem der schönsten Denkmalhäuser in Middelburg. Ein einzigartiges, süßes Erlebnis. Zurück nehmen wir den kleinen Fahrradweg über die Dörfer. Die Stadt Middelburg kann natürlich auch vom Wasser aus besichtigt werden. Es gibt einzigartige Rundfahrten auf den Grachten. Für uns war die Zeit dafür heute zu kurz. Ist aber empfehlenswert.

Die letzte Fahrradtour führt nach Vlissingen. Der Weg dahin führt an den Dünen und zum das letzte Stück auf den Dünen entlang. Somit haben wir ein so tollen Blick auf die Stadt mit der längsten Promenade „der Boulevard von Vlissingen“ der Niederlande und dem großen Strand davor. Wir halten erst mal an und lassen diesen Eindruck an diesem Sonnentag auf uns einwirken. Die vorbei fahrenden Schiffe sind fast zum greifen nahe. Vlissingen, früher eine englische Garnisonsstadt, ist eine Hafenstadt an der Mündung Westerschelde in Zeeland. Wir kommen zuerst am Gevangentoren vorbei. Das ist ein Turm der Stadtbefestigung von Vlissingen. Es entstand als Torturm als einer der Türme des Westpoorts. Früher diente der Turm als Gefängnis. Hier steht auch die Statue von Frans Naerebout. Er war Lotse, kein Freibeuter und einer der größten Seehelden der Menschenleben rettete. Hier, wo die Lotsenboote ab-und heranfahren, steht er auf dem Boulevard de Ruyter, bereit jemanden ein Seil zu zuwerfen. Wir fahren weiter und stellen die Fahrräder in der Nähe vom Keizersbolwerk ab. Hier sind wir sehr Zentral für unseren Stadtrundgang und beginnen auch gleich mit Keizersbolwerk ein Festungselement aus dem 15 Jahrhundert. Das Bollwerk auch als Waterpoort bezeichnet, sollte den Hafen von Vlissingen schützen. Es ist das letzte erhaltene Stadttor in Vlissingen. Im inneren sind 13 Kasematten und ein Teil des Bollwerks wird als Museum genutzt. Einige Kasematten werden heute für den Lotsendienst genutzt, deren Boote aus dem Hafenbecken hier am Keizersbolwerk starten. Hier steht das Denkmal von dem Marinewächter Michiel de Ruyter mit Blick auf das Meer hoch über dem Fluss Schelde. Die berühmte Statue ist nachdrücklich mit dem Meer und dem maritimen Charakter der Stadt verbunden. Auf einer alten Festungsmauer direkt neben der Einfahrt zum Lotsenhafen steht der 10 Meter hohe Leuchtturm Vlissingen. Von hier aus haben wir einen Blick auf die Oranjemühle, die direkt an der Küste steht. Die Mühle ist nicht nur ein bedeutendes Denkmal, sondern auch eine lebendige Erinnerung an das niederländische Mühlenkulturerbe. Auf dem Boulevard von Vlissingen sehen wir viele historische Kanonen. Wir verlassen diesen Ort und begeben uns zum Hafen.

Vlissingen ist eine Stadt am Meer, eine echte maritime Stadt. Auf dem Weg zum Hafen kommen wir am Maritimen MuZEEum Zeeland vorbei. Wer Vlissingen und die maritime Vergangenheit Zeelands besser kennenlernen möchte, der wird in diesem Maritimen MuZEEum Zeeland mit seien fast 20.000 Objekten fündig. Hier erfährt man viel über Geschichte und Kultur. Unter anderem kann man eine einzigartige Münzen, Madaillien und Fliesensammlung besichtigen. Sowie eine Schiffsreisekiste aus dem 15. Jahrhundert und vieles mehr. Wir kommen am Scheldekwartier an und haben einen tollen Blick auf die beeindruckenden Schiffe und Jachten am Kai. Hier steht das niederländische Marineschiff, Museumsschiff Mercuur. Wir gehen auf das Schiff und klettern die steilen Schiffsstufen hoch und gehen durch Luken und Türen.Wir besichtigen das Steuerhaus, die Kabine des Kommandanten und den Maschinenraum. Sehr interessant. Wir gehen weiter über die neue Dockbrücke. Wir erfahren, das unter der Brücke ein Gedicht von Wim Hoffmann ausgestellt ist. Wer also vor der Brücke wartet, kann die poetischen Worte genießen. Diese Brücke ist nicht nur funktionales Element des Scheldeviertels, sondern auch ein künstlerischer Ausdruck der reichen Geschichte und Kreativität von Vlissingen. Von hier können wir auch auf die vielen Fischerkutter blicken. Wir gehen weiter und kommen zur Maschinenfabrik, die hier direkt am Wasser liegt. Sie wurde umgebaut und heute finden hier viele Events in den alten Hallen statt. Heute haben hier viele Künstler ausgestellt. Ich gehe hinein und bin vielmehr von der alten Halle beeindruckt als von der Ausstellung. Vor der Maschinenfabrik steht der Scheldekraan, ein Turmdrehkran. Dieser Kran erinnert noch heute an die reiche maritime Vergangenheit. Früher standen hier mehrere dieser Turmdrehkräne mit unterschiedlichen Tragfähigkeiten. Damit wurden unterschiedlich schwere Teile wie Schiffsmotoren, Dampfturbinen und andere Geräte hier im Hafen bewegt. Der Turm ist etwa 40 Meter hoch und stammt aus dem Jahre 1950. Er wurde an zwei Standorten hier an der Schelde eingesetzt.Heute wird er für das Ein- und Ausheben von Schiffen genutzt. Der Turm wurde mit einer Beleuchtung ausgestattet und sieht am Abend fast magisch aus. Wir gehen weiter und entdecken das Denkmal Men between Steel (Männer zwischen Stahl) im Helling-Park. Es ist den Mitarbeiter der Scheldewerft, die dort jahrelang Schiffe gebaut haben, gewidmet. Das Denkmal ist von jedem Weg aus sofort erkennbar.

Wir verlassen den Hafen und begeben uns in die Stadt. Hier sehen wir uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten an. Wir beginnen am Yachthafen Michiel de Ruyterhafen. Er ist das perfekte Ziel für Wassersportbegeisterte und liegt zentral in mitten der historischen Altstadt. Wir gehen weiter zur der Grote of Sint Jacobskerk auf dem Qude Markt, die für die Schifffahrt wichtig war. Vom Turm aus konnte man nämlich alle Schiffe sehen die an Vlissingen vorbei fuhren. Im Gegensatz war der Turm wie andere Türme auch, gut vom Meer aus zu erkennen. Als wir uns der Kirche nähern, hören wir Dudelsackspieler und können noch sehen, wie diese die Kirche spielend verlassen. So schön. Wir kommen auf den Bellamypark mit einem schönen Brunnen, den Fountain in Commemoration von Betje Wolff und Aagje Deken. Zwei Schriftstellerinnen aus Vlissingen. Dieser Park ist nach einem Dichter benannt und sein Geburtshaus befindet noch in dem Bellamypark. Dem Dichter Jacobus Bellamy ist auch eine Statue gewidmet. Der Park ist das Herzstück von Vlissingen. Hier ist immer was los. Als wir hier so stehen kommt plötzlich ein Orchester zum Proben aus einem der Häuser und wir hören eine Zeitlang zu bis diese weitergehen. Wir begegnen das Orchester dann noch mal am Yachthafen. Hier am Park kann man in einem der schönen alten Gebäude den Reptilienzoo lguana besuchen. Man konzentriert hauptsächlich um die Pflege von Reptilien und Amphibien. Im Het Arsenaal befindet sich ein Piratenpark für Kinder, indem das Piratenleben nachgestellt wird. Außerdem Rochen, Haie und farbenfrohe tropische Fische angesehen werden können. Wer richtig Lust auf antiken Jahrmarkt und Spielhalle hat, ist im Familien-Vergnügungspavillion Carrousel und in der Gaming Factory genau richtig. Es gibt aber auch noch die Konzerthalle Arsenaaltheater. Nachdem wir hier unseren Stadtrundgang beendet haben, gehen wir wieder zu unseren Fahrrädern und begeben uns auf die Heimfahrt. Wir fahren den Boulevard von Vlissingen zurück und haben wieder eine wunderschöne Aussicht auf den Strand mit seiner Länge von etwa 4 Kilometer und einer Breite von 70 Meter. Hier werfen wir auch noch mal einen Blick auf die Wind Orgel, die hier am Pier steht. An windigen Tagen gibt diese Orgel eine besondere musikalische Darbietung.

Unseren letzten Tag verbringen wir am Strand von Zoutelande mit einem ausgiebigen Spaziergang. Bei einer Länge von 5 Kilometer haben wir schon einen Weg vor uns. Nicht so schlimm, denn es gibt unterwegs genug Strandhütten für eine erfrischende Abkühlung. Wir entdecken Quallen, sammeln Muscheln und immer wieder kommen die großen Schiffe vorbei. Wir gehen hin und wieder die Dünen hinauf und sind immer wieder begeister von dieser herrlichen Aussicht. In Abständen stehen eine Reihe Badehäuser, die man bei einem Besuch am Strand mieten kann. Das besondere an den Stränden von Zeeland und auch hier am Strand von Zoutelande sind die sogenannten Paalhoofden. Das sind lange Reihen aus Eichenpfählen, die im Sand stecken und die Flut davon abhalten, den Sand weg zu spülen. Ein Paalhoofd kann aus bis zu 700 einzelnen Pfählen bestehen. Die Anzahl dieser Paalhoofden wird auf ca. Hunderttausend geschätzt. Bevor diese Reise ein Ende hat, bewundern wir am Abend noch mal einen dieser super schönen Sonnenuntergänge.

Zeeland. Eine Tour mit so vielen Fassetten. Etwas für Naturliebhaber, für Wassersportler, für leidenschaftliche Radfahrer, Spaziergänger und natürlich auch für Sonnenanbeter. Staunt über die Vielzahl der zeeländischen Städte mit ihren einzigartigen Sehenswürdigkeiten. Das Meer genießen und einfach nur entspannen. Erstaunlich schön.